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Besitz und Eigentum

Im normalen Sprachgebrauch werden die Wörter Besitz und Eigentum häufig als Synonyme verwendet. Im rechtlichen Kontext gibt es zwischen den beiden Begriffen einige große Unterschiede. 

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    Was die Begriffe genau bedeuten, wie sie definiert werden und was der Unterschied laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist, erfährst Du in dieser Erklärung.

    In den gängigen Gesetzestexten und dem folgenden Artikel werden aus Gründen der Lesbarkeit die meisten Begriffe nicht gegendert, aber es sind natürlich trotzdem alle Geschlechter gemeint.

    Besitz und Eigentum Definition

    Eigentum und Besitz müssen eindeutig voneinander abgegrenzt werden, weil es unterschiedliche rechtliche Konsequenzen hat, ob jemand Eigentümer oder Besitzer ist. Deswegen ist es wichtig, sich die Definitionen von Eigentum und Besitz anzusehen.

    Eigentum Definition

    Die wesentlichen Regelungen zum Eigentum findest Du in den §§ 903-924 BGB. Eigentum kann in dieser Form definiert werden:

    Eigentum bezeichnet das umfassende Recht einer Person, über eine Sache zu verfügen. Der Eigentümer hat die Freiheit, mit der Sache nach eigenem Ermessen zu verfahren und kann andere von jeglicher Einwirkung ausschließen. Dieses Konzept ist zentral im Eigentum Recht und bildet die Grundlage für den Eigentumsübergang nach BGB. Im deutschen Zivilrecht sind auch verschiedene Besitzarten relevant, die die rechtlichen Rahmenbedingungen des Eigentums und der dinglichen Einigung im deutschen Recht definieren.

    Der Eigentümer einer Sache ist die Person, der eine bewegliche oder unbewegliche Sache gehört. Es können auch mehrere Personen gemeinsam Eigentümer sein (Miteigentum).

    Mit seinem Eigentum kann der Eigentümer gem. § 903 BGB alles machen, was den Gesetzen nicht widerspricht und anderen nicht schadet. Das heißt, das Eigentum darf verkauft, zerstört, verschenkt oder vermietet werden.

    Der Staat darf nur in Ausnahmefällen in das Eigentum einer Person eingreifen. Gem. Art. 14 des Grundgesetzes darf das Eigentum nur weggenommen werden, wenn es der Allgemeinheit dient. Wird in das Eigentum durch den Staat eingegriffen, wird von einer Enteignung gesprochen.

    Eigentum bringt aber nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten mit sich. Wenn Du zum Beispiel ein Haustier kaufst, hast du die Pflicht dich darum zu kümmern.

    Eigentumserwerb

    Das Eigentum über bewegliche Sachen (wie z. B. ein Auto) wird durch die dingliche Einigung und die Übergabe der Sache erworben, § 929 S. 1 BGB.

    Eine dingliche Einigung im deutschen Recht umfasst zwei übereinstimmende Willenserklärungen, die darauf abzielen, Eigentum zu übertragen. Diese Einigung ist ein wesentlicher Bestandteil des Eigentumsübergangs nach BGB und spielt eine zentrale Rolle im Eigentum Recht. Sie ist entscheidend für die rechtliche Anerkennung des Besitzes und der verschiedenen Besitzarten im deutschen Zivilrecht.

    Dazu muss derjenige, der das Eigentum an der Sache übertragen möchte, zur Eigentumsübertragung berechtigt sein.

    Für den Eigentumserwerb müssen also diese Voraussetzungen vorliegen:

    1. Dingliche Einigung
    2. Übergabe
    3. Berechtigung zur Eigentumsübertragung

    Die Übergabe der Sache muss nicht immer direkt stattfinden, sondern die Beteiligten können sich auch darüber einigen, dass die Sache erst später den Besitzer wechselt.

    Bei unbeweglichen Sachen (wie z. B. ein Grundstück) ist eine sogenannte Auflassung erforderlich.

    Eine Auflassung ist die notwendige Einigung zwischen Veräußerer und Erwerber zur Übereignung eines Grundstücks, die den Eigentumsübergang gemäß § 925 BGB regelt. Diese dingliche Einigung im deutschen Recht ist entscheidend, um das Eigentum rechtlich zu übertragen. Der Prozess umfasst verschiedene Besitzarten im deutschen Zivilrecht, die die Rechte und Pflichten der Parteien definieren. Ein Verständnis der Besitz Definition und der damit verbundenen Konzepte ist unerlässlich für das Eigentum Recht und die rechtlichen Rahmenbedingungen des Eigentumsübergangs nach BGB.

    Bei der Auflassung müssen beide Parteien anwesend sein und der Eigentumsübergang wird von einem Notar in das Grundbuch eingetragen.

    Anna hat im Lotto gewonnen und kauft sich mit dem Gewinn ein Haus. Nachdem der Kaufvertrag ordentlich abgeschlossen ist und ein Notar den Kauf in das Grundbuch eingetragen hat, ist sie nun Eigentümerin des Hauses. Sie kann es nun umbauen und nutzen, wie sie möchte.

    Besitz BGB Definition

    Die wesentlichen Regelungen zum Besitz findest Du in den §§ 854-872 BGB.

    Besitz ist die tatsächliche Herrschaft über eine Sache, was bedeutet, dass der Besitzer die Sache physisch innehat und den Willen zeigt, sie zu besitzen. Diese Besitz Definition ist zentral im deutschen Zivilrecht, insbesondere im Kontext des Eigentum Rechts. Der Besitz kann verschiedene Arten annehmen, die als Besitzarten im deutschen Zivilrecht klassifiziert werden. Der Eigentumsübergang nach BGB erfordert eine dingliche Einigung, die den rechtlichen Rahmen für den Besitz und die Eigentumsübertragung festlegt.

    Der Besitzer einer Sache ist die Person, welche im Moment tatsächlich Herrschaft über die bewegliche oder unbewegliche Sache ausüben kann (§ 854 BGB).

    Den Besitz über eine Sache verlierst Du, wenn Du die tatsächliche Gewalt über eine Sache aufgibst.

    Die Herrschaft über die Sache darf im Rahmen des Besitzes nur insofern ausgeübt werden, wie es der Eigentümer vorgibt.

    Normalerweise hat der Besitzer auch nicht die Befugnis, die Sache weiter zu veräußern. Dieses Recht der Weiterveräußerung hat ausschließlich der Eigentümer der Sache.

    Im Zusammenhang mit dem Besitzerwerb ist es unerheblich, wie der Besitzer an den Gegenstand gelangt ist. Bei der Besitzerlangung handelt es sich um einen realen Akt. Das bedeutet, dass es tatsächlich zu einer Übergabe des Gegenstandes kommen muss.

    Auch ein Dieb kann den Besitz an einem Gegenstand erlangen. Entscheidend beim Besitz ist also nur die tatsächliche Sachherrschaft und nicht die Rechtmäßigkeit. Der Dieb ist dann zwar Besitzer der Sache, aber nicht Eigentümer. Er ist als unberechtigter Besitzer zur Herausgabe der Sache an den Eigentümer verpflichtet.

    Unterschieden wird, ob jemand berechtigter oder unberechtigter Besitzer ist. Zum Besitz berechtigt ist eine Person, wenn sie von dem Eigentümer die Erlaubnis hat, die Sache zu besitzen. Nicht berechtigt ist jemand, der die Sache ohne Zustimmung des Eigentümers wegnimmt.

    Anna wohnt selbst nicht in dem Haus, da sie schon in einer netten Eigentumswohnung lebt und beschließt das Haus an Lukas zu vermieten. Sie ist weiterhin Eigentümerin des Hauses. Lukas ist nun der Besitzer des Hauses. Anna erlaubt Lukas in dem Haus zu wohnen und kleine Veränderungen durchzuführen. Er ist daher der berechtigte Besitzer des Hauses.

    Mittelbarer Besitz und unmittelbarer Besitz

    Unterschieden werden können der mittelbare und der unmittelbare Besitz.

    Unmittelbarer Besitzer ist eine Person, die tatsächlich die Kontrolle über eine Sache hat und sie in ihrem direkten Besitz hält. Im deutschen Zivilrecht wird zwischen verschiedenen Besitzarten unterschieden, die für das Verständnis von Eigentum Recht und Besitz Definition entscheidend sind. Der Eigentumsübergang nach BGB erfordert eine dingliche Einigung im deutschen Recht, die oft mit dem unmittelbaren Besitz verbunden ist.

    Gem. § 854 BGB wird der Besitz einer Sache durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben.

    Unmittelbare Besitzerin ist beispielsweise Lisa als Mieterin eines Mietwagens, die mit dem Wagen in den Urlaub fährt. Während der Mietzeit hat sie die tatsächliche Gewalt über das Auto.

    Davon zu differenzieren ist der mittelbare Besitzer.

    Mittelbarer Besitzer ist eine Person, die den Besitz einer Sache durch einen anderen, den unmittelbaren Besitzer, ausübt. Der mittelbare Besitzer hat keinen direkten Zugriff auf die Sache, da ihm ein anderer als unmittelbarer Besitzer vorgelagert ist. Diese Definition ist wichtig im Kontext des Eigentum Rechts und der Besitz Definition, insbesondere im Hinblick auf den Eigentumsübergang nach BGB und die verschiedenen Besitzarten im deutschen Zivilrecht.

    Gem. § 868 BGB hat der mittelbare Besitzer nur die indirekte Kontrolle über eine Sache und lässt die Sachherrschaft durch einen Dritten ausführen. Dazu muss der mittelbare Besitzer dem unmittelbaren Besitzer die Sache übergeben.

    Der mittelbare Besitzer muss nicht gleichzeitig auch Eigentümer sein. Beispiele dafür sind Vermieter oder Verpächter. Wird eine Sache vermietet, ist der Vermieter der mittelbare Besitzer, während der Mieter der unmittelbare Besitzer ist.

    Wenn Lisa den Mietwagen gemietet hat und er an sie übergeben wurde, ist sie die unmittelbare Besitzerin (siehe oben). Der Mietwagen wurde von dem Vermieter Tom an Lisa übergeben.

    Während der Mietzeit ist er der mittelbare Besitzer des Autos, weil er nicht direkt auf die Sache zugreifen kann und eine andere Person dazu berechtigt, für eine bestimmte Zeit den unmittelbaren Besitz auszuüben.

    Besitz und Eigentum Beispiele

    Unterschied zwischen Besitz und Eigentum

    Wie schon zuvor erwähnt werden beide Begriffe im normalen Sprachgebrauch oft verwechselt oder falsch verwendet. So wird im Alltag oft von dem Hausbesitzer gesprochen, obwohl man den Hauseigentümer meint. Grundsätzlich kann man Eigentum und Besitz wie folgt unterscheiden: Besitz ist eine Tatsache und Eigentum das Recht an einer Sache. Der Eigentümer hat in der Regel gegenüber dem Besitzer das Recht zur Herausgabe der Sache (§ 985 BGB).

    Unterschiede Eigentum und Besitz

    Eigentum

    Besitz

    • Recht an einer Sache
    • Volle Gewalt über die Sache
    • Recht zum Weiterverkauf
    • Tatsächliche Herrschaft über eine Sache
    • Begrenzte Macht über eine Sache
    • Kein Recht zum Weiterverkauf

    Wenn dir eine Sache gehört und du sie auch tatsächlich besitzt, bist du sowohl Eigentümer als auch Besitzer der Sache.

    Zu Beginn unseres Beispiels war Anna sowohl Eigentümerin und Besitzerin des Hauses. Durch die Vermietung an Lukas hat Anna ihren unmittelbaren Besitz an Lukas übertragen. Dieser ist nun unmittelbarer Besitzer des Hauses. Anna ist die Eigentümerin und die mittelbare Besitzerin des Hauses.

    In Kaufverträgen findet man öfter folgenden Zusatz:

    "Die Ware bleibt bis zur vollständigen Bezahlung das Eigentum von...“

    Dabei handelt es sich um einen sogenannten Eigentumsvorbehalt. Damit sichert sich der Verkäufer ab, dass er das Eigentum über die Sache so lang behält, bis der Kaufpreis komplett bezahlt wurde. Der Käufer ist somit bis zur Bezahlung nur der Besitzer der Sache und nicht der Eigentümer.

    Besitz und Eigentum - Das Wichtigste auf einen Blick

    • Eigentum beschreibt die rechtliche Sachherrschaft über eine Sache.
    • Eigentum erlangt man in der Regel mit dem Kauf und der Übergabe einer Sache.
    • Besitz beschreibt die tatsächliche Sachherrschaft über eine Sache.
      • Unmittelbarer Besitz ist der direkte Besitz über eine Sache.
      • Mittelbarer Besitz ist der indirekte Besitz über eine Sache.
    • Man kann auch gleichzeitig Besitzer und Eigentümer über eine Sache sein.

    References

    1. Nadia Benlakhouy, Abderrahim El Mouhafid, Ahmed Jellal (2024). Transport properties through alternating borophene and graphene superlattices. Available at: http://arxiv.org/abs/2403.19429v2 (Accessed: 28 January 2025).
    2. Swaraj Bhat, Pradeep B. H, Keerthi S. Shetty, Sanjay Singh (2012). Formal Verification of Safety Properties for Ownership Authentication Transfer Protocol. Available at: http://arxiv.org/abs/1208.4321v1 (Accessed: 28 January 2025).
    3. František Farka, Aleksandar Nanevski, Anindya Banerjee, Germán Andrés Delbianco, Ignacio Fábregas (2021). On Algebraic Abstractions for Concurrent Separation Logics. Available at: http://arxiv.org/abs/2010.12686v3 (Accessed: 28 January 2025).
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Besitz und Eigentum

    Was ist der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz?

    Eigentum beschreibt die rechtliche Sachherrschaft über eine Sache. Beim Eigentum gehört die Sache einem und man darf in der Regel fast alles damit machen. Besitz dagegen beschreibt die tatsächliche Sachherrschaft über eine Sache. Was man damit machen darf, ist vom Eigentümer vorgeschrieben.

    Ist der Mieter der Besitzer?

    Der Mieter ist der unmittelbare Besitzer der Sache, da er tatsächlich und direkt auf die Sache zugreifen kann. Er darf sie aber nicht belieben nutzen und sie gehört ihm nicht rechtlich, daher ist der Mieter nicht der Eigentümer.

    Was ist ein Eigentum?

    Eigentum beschreibt die rechtliche Sachherrschaft über eine Sache. Mit seinem Eigentum kann man nach § 903 BGB alles machen, was nicht den allgemeingültigen Gesetzen widerspricht oder anderen nicht schadet.  

    Was darf der Besitzer?

    Den Besitz darf man nur in dem Rahmen nutzen, wie es der Eigentümer einem vorgibt.

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