Ein Anbieter besitzt das Monopol an einem Markt, wenn er der einzige Anbieter für ein Gut oder eine Dienstleistung ist. Dieser Anbieter kann somit den Preis für das Gut am Markt bestimmen. Ein Beispiel für ein Monopol ist die Telekom. Diese besitzt im Bereich der Telekommunikation eine Monopolstellung, da andere Anbieter ihr Produkt (z.B. einen Internetzugang) nur über das Netz der Telekom anbieten können.
Monopol – Definition & Bedeutung
Ein Monopol ist eine Marktform, bei der es für ein Gut oder eine Dienstleistung nur einen Anbieter (Monopolist) gibt, welcher somit den Preis für dieses Gut oder die Dienstleistung frei bestimmen kann (Monopolpreis).
Eine Preisbildung durch Angebot und Nachfrage entfällt somit, da es, durch keine Konkurrenz, keinen Wettbewerb an diesem Markt gibt. Dies nennt man Preisfixierer. Zusätzlich kann der Monopolist die Absatzmenge seiner Güter vorschreiben. Nachfrager haben bei dieser Marktform nur die Möglichkeit über die Menge zu entscheiden, welche sie dem Monopolisten abnehmen (Mengenanpasser).
Nehmen wir einmal an, dass es in Deutschland nur einen Autoreifenhersteller gäbe. Dieser Hersteller könnte den Preis und die Absatzmenge für Autoreifen frei bestimmen. Die Autoindustrie stände somit in Abhängigkeit vom Monopolisten.
Dies weiß der Hersteller und setzt somit den Preis pro Reifen auf beispielsweise 400,00€. Die Autoindustrie ist somit gezwungen diesen Preis zu zahlen, da es keine andere Möglichkeit gibt an Autoreifen heranzukommen.
Damit die Autoindustrie auch mit diesen Preisen weiterhin Gewinn einfährt, steigt damit auch der Preis für ein Neuwagen, der wiederum dem Konsumenten zulasten fällt.
Durch diese Monopolstellung des Autoherstellers entstehen folglich Wohlfahrts- bzw. Nutzenverluste.
Wohlfahrtsverluste aufgrund von Monopolstellungen gehören zu den Gründen des Marktversagens.
Der Wohlfahrtsverlust bezeichnet den Verlust an ökonomischer Wohlfahrt, der durch Marktversagen entsteht. Marktversagen tritt häufig in verschiedenen Marktformen auf, wie zum Beispiel im Monopol, wo ein einzelner Anbieter die Preise kontrolliert, oder im Oligopol, wo wenige Anbieter den Markt dominieren. Auch in einem natürlichen Monopol kann es zu einem Wohlfahrtsverlust kommen, wenn die Effizienz der Anbieter nicht optimal genutzt wird. In einem bilateralen Monopol kann der Verlust an Wohlfahrt durch ungleiche Verhandlungsmacht zwischen Nachfrager und Anbieter verstärkt werden.
Der Monopolist möchte seinen Gewinn maximieren. Er wird die Gütermenge so regulieren, dass er das Gewinnmaximum erreicht. Dieses Gewinnmaximum wird über den Cournotschen Punkt berechnet.
Der Cournotsche Punkt ist der Punkt, an dem die Grenzkosten für eine Einheit eines Gutes gleich dem Grenzerlös sind. An diesem Punkt maximiert ein Unternehmen seinen Gewinn in einer Monopol Marktform. In einem solchen Markt kann es zu einem Wohlfahrtsverlust kommen, da die monopolistische Kontrolle die Effizienz beeinträchtigen kann. Der Cournotsche Punkt ist entscheidend für das Verständnis von natürlichen Monopolen und deren Einfluss auf die Marktstruktur, insbesondere im Vergleich zu Oligopolen und bilateralen Monopolen.
Die Deutsche Post hatte bis zum Jahr 2007 eine Monopolstellung in Deutschland. Das Unternehmen sicherte sich Exklusivrechte auf Brief- und Transportsendungen. Dies wird als Briefmonopol bezeichnet.
Heutzutage besitzt beispielsweise die Deutsche Bahn ein Monopol im Personenfernverkehr, da es wenig Anbieter gibt (Quasi-Monopolist).
Des Weiteren besitzt die Telekom das Monopol im Bereich der Telekommunikation.
Preisbildung im Monopol
Wie du oben bereits gelesen hast, bildet der Monopolist die Preise selbst, er ist der Preisfixierer. Er bestimmt diesen durch sein Angebot. Bietet ein Monopolist viel an, so ist der Preis niedrig. Bietet er wiederum wenig an, so ist der Preis hoch. Die Nachfrageseite kann nur bestimmen, wie viel sie dem Monopolisten abnehmen, jedoch haben sie keinerlei Einfluss auf den Preis.
Der Monopolist versucht, mit seiner eigenen Preisbildung den gewinnmaximalen Punkt, den sogenannten Cournotschen Punkt, zu treffen.
Beschränktes Monopol
Ein beschränktes Monopol liegt genau dann vor, wenn ein Anbieter wenig Nachfrager als Abnehmer für seine Güter hat.
Ein beschränktes Monopol würde beispielsweise dann vorliegen, wenn ein Lebensmittelproduzent, der der einzige Anbieter am Markt ist, Trüffel herstellt, welche nur von wenigen Restaurants abgenommen werden.
Monopol – Arten
Neben dem beschränkten Monopol gibt es noch vier weitere Formen bzw. Gegenstücke des Monopols. Es gibt das natürliche Monopol, das bilaterale Monopol und das Monopson, sowie das beschränkte Monopson.
Anbieter/Nachfrager | einer | weniger | viele |
einer | Bilaterales Monopol | Beschränktes Monopol | Monopol |
wenige | Beschränktes Monopson | Bilaterales Oligopol | Oligopol |
viele | Monopson | Oligopson | (bilaterales) Polypol |
In der Tabelle kannst findest du eine grobe Übersicht der Monopolarten. Zum Beispiel ist es erkenntlich, dass ein bilaterales bzw. zweiseitiges Monopol nur zustande kommt, wenn es auf Nachfrager- und Anbieterseite jeweils nur eine Person oder ein Unternehmen gibt.
In den folgenden Abschnitten werden die Monopol-Arten im Detail behandelt und du erhältst passende Beispiele dazu.
- Das natürliche Monopol
- Das bilaterale Monopol
- Das Monopson
Natürliche Monopol – Beispiel
Das natürliche Monopol ist eine Situation, in der es sinnvoller ist, ein Gut durch einen Anbieter bereitzustellen. Meist liegen in dieser Situation hohe Fix- und niedrige Grenzkosten vor.
Das natürliche Monopol ist eine spezielle Marktform, bei der es wirtschaftlich sinnvoll ist, dass ein einzelner Anbieter ein Gut oder eine Dienstleistung bereitstellt. Dies tritt häufig in Branchen auf, in denen hohe Fixkosten und niedrige Grenzkosten vorliegen, was zu einem Wohlfahrtsverlust führen kann, wenn mehrere Anbieter im Markt agieren. In solchen Fällen kann ein natürlicher Monopol Anbieter effizienter arbeiten als mehrere Wettbewerber, was die Notwendigkeit eines bilateralen Monopols zwischen Nachfrager und Anbieter verringert.
Ein Beispiel für ein natürliches Monopol wäre das Strom- oder Gasleitungsnetz. In diesem Falle wäre es unwirtschaftlich, ein weiteres Strom- oder Gasleitungsnetz parallel zu dem bestehenden zu bauen. Dies wäre mit hohen Fixkosten verbunden. Die Grenzkosten des bereits bestehenden Systems sind jedoch gering.
Es ist folglich wirtschaftlicher, dass bei den Leitungsnetzen ein natürliches Monopol besteht und Stromanbieter, als Nachfrager, auf den Anbieter der Leitungsnetze angewiesen sind.
Weitere Beispiele wären Verkehrswege-, Wasser- und Telefonversorgungsnetze.
In der Stadt Lera gibt es bereits ein Stromnetz, für das die Leitungen von dem Unternehmen EnergyZ verlegt wurden. Neben dem Stromanbieter EnergyZ gibt es noch den Anbieter WindPower.
Damit WindPower seinen Strom zu den Verbrauchern liefern kann, muss das Unternehmen das Stromnetz von EnergyZ nutzen, da es unwirtschaftlich wäre ein weiteres zu errichten. WindPower muss für die Nutzung der Stromnetze eine gewisse Summe an EnergyZ zahlen.
EnergyZ besitzt somit ein natürliches Monopol in Lera.
Die Kosten sind hier zwar geringer, um ein Produkt bereitzustellen, jedoch bringt das natürliche Monopol auch Nachteile, wie zum Beispiel den Wohlfahrtsverlust, mit sich.
Bilaterales Monopol – Beispiel
Das bilaterale Monopol (zweiseitiges Monopol) ist eine Form des Monopols, bei der es am Markt nur einen Anbieter und einen Nachfrager gibt.
Wie schaut also ein bilaterales Monopol in der Realität aus?
Der Autoreifenhersteller vom oberen Beispiel spezialisiert sich nun auf Rennreifen. Für diese Rennreifen gibt es allerdings am Markt nur einen Rennwagen-Hersteller, der ihm die Reifen abnimmt.
Die Preisbildung des Monopols gestaltet sich bei dieser Form häufig schwieriger. Beide Parteien müssen sich einig sein, da sie in einer Abhängigkeit zueinanderstehen. Beide Seiten haben einen Preis, welchen sie nicht unter- bzw. überschreiten wollen. Auf der Anbieter-Seite ist dies der Mindestpreis, den der Anbieter haben möchte. Auf der Nachfrager-Seite ist es der Maximalpreis, den der Nachfrager bereit ist zu zahlen.
Monopson – Beispiel & Arten
Das Monopson ist das Gegenteil des Angebotsmonopols. Hierbei stehen viele Anbieter einem Nachfrager gegenüber. Ein Monopson ist sehr selten und meist ist der Staat der Nachfrager.
Das Monopson ist eine spezielle Marktform, in der viele Anbieter nur einem Nachfrager gegenüberstehen. Diese Struktur kann zu einem Wohlfahrtsverlust führen, da der Nachfrager die Preise und Mengen beeinflussen kann, was zu Marktversagen führt. Im Gegensatz zu einem natürlichen Monopol Anbieter oder einem bilateralen Monopol Nachfrager ist das Monopson durch die ungleiche Machtverteilung zwischen Nachfrager und Anbietern gekennzeichnet. Solche Marktverhältnisse können auch in einem Oligopol auftreten, wo die Nachfrage von wenigen Nachfragern dominiert wird.
Der Staat schreibt den Bau einer Schule öffentlich aus. Darauf bewerben sich mehrere Bauunternehmen als Anbieter.
Zusätzlich zum Monopson gibt es noch das beschränkte Monopson. Bei dieser Art des Monopsons stehen wenig Anbieter einem Nachfrager gegenüber.
Monopol, Oligopol, Polypol und Duopol
Neben dem Monopol gibt es noch das Oligopol, das Polypol und das Duopol als Marktformen. Das Duopol ist jedoch eine Sonderform des Oligopols, wobei das Oligopol, das Monopol und das Polypol eigene Marktformen sind.
Bei dem Duopol handelt es sich um eine Marktform, in der zwei Anbieter die Anbieterseite dominieren und somit den Wettbewerb untereinander beeinflussen. Diese Anbieter stehen einer Vielzahl von Nachfragern gegenüber. Im Vergleich zu einem Monopol, wo ein einzelner Anbieter den Markt kontrolliert, führt ein Duopol zu unterschiedlichen Marktverhalten und kann sowohl Vorteile als auch Nachteile für die Verbraucher mit sich bringen. In bestimmten Fällen kann es auch zu einem bilateralen Monopol kommen, wenn zwei Anbieter und zwei Nachfrager aufeinandertreffen, was zu einem Wohlfahrtsverlust führen kann.
Beim Oligopol wird zwischen dem Angebotsoligopol und dem Nachfrageoligopol unterschieden. Im Angebotsoligopol gibt es wenige Anbieter, die vielen Nachfragern gegenüberstehen, was zu einer Marktform führt, die oft mit einem Monopol Marktform verglichen wird. Im Gegensatz dazu stehen im Nachfrageoligopol wenige Nachfrager vielen Anbietern gegenüber, was zu einem bilateralen Monopol führen kann. Beide Formen können zu Wohlfahrtsverlust Marktversagen führen, wenn die Marktkräfte nicht effizient arbeiten.
Das Oligopol ist die, in der Praxis, weit verbreitetste Marktform.
Beim Polypol handelt es sich um eine Marktform, in der zahlreiche Anbieter auf viele Nachfrager treffen. Diese Struktur fördert einen intensiven Marktwettbewerb, da kein einzelner Anbieter oder Nachfrager den Markt dominieren kann. Im Gegensatz dazu stehen andere Marktformen wie das Monopol, wo ein Anbieter den gesamten Markt kontrolliert, oder das Oligopol, in dem wenige Anbieter den Markt beherrschen. Ein Polypol kann zu einer effizienten Ressourcenallokation führen und Wohlfahrtsverluste, die typischerweise mit Marktversagen verbunden sind, minimieren.
Wir haben übrigens auch einzelne Zusammenfassung zum Oligopol und zum Polypol!
Monopol – Das Wichtigste
- Monopol = Marktform, bei der es für ein Gut oder eine Dienstleistung nur einen Anbieter gibt, welcher den Preis festlegt
- Preisbildung im Monopol erfolgt allein durch den Monopolisten
- Das natürliche Monopol ist eine sinnvolle Anwendung des Monopols, auch wenn es Nachteile mit sich bringt
- Bilaterales Monopol = Monopolform, bei der es nur einen Anbieter und einen Nachfrager gibt
- Monopson = Nachfragemonopol, viele Anbieter stehen nur einem Nachfrager gegenüber
- Ein Monopol kann Vorteile wie hohen Gewinn, welcher in gemeinnützige Zwecke investiert wird mit sich bringen
- Mit einem Monopol folgt auch ein Marktversagen. Dies ist ein großer Nachteil des Monopols
References
- András Bátkai, Ingrid Gessner (2024). Math goes to Hollywood: Stereotypen in Filmen und Serien dekodieren. Available at: http://arxiv.org/abs/2402.11643v1 (Accessed: 29 January 2025).
- Karl Schlechta (2018). KI, Philosophie, Logik. Available at: http://arxiv.org/abs/1901.00365v1 (Accessed: 29 January 2025).
- Max Maass, Anne Laubach, Dominik Herrmann (2017). PrivacyScore: Analyse von Webseiten auf Sicherheits- und Privatheitsprobleme -- Konzept und rechtliche Zulässigkeit. Available at: http://arxiv.org/abs/1705.08889v2 (Accessed: 29 January 2025).
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